Tarifabschluss bei Lufthansa: Ein starkes Signal für die Technik

Tarifabschluss bei Lufthansa: Ein starkes Signal für die Technik

Am 13.4. hat die Konzerntarifkommission dem Tarifergebnis zugestimmt, die Zustimmung im gesamten Konzern lag bei 80,3 %. Dieses klare Votum zeigt: In einer herausfordernden Zeit für die Luftfahrt und unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist ein Ergebnis gelungen, das von einer breiten Mehrheit getragen wird – und insbesondere für die technische Belegschaft einen echten Fortschritt darstellt.

Gerade vor dem Hintergrund der letzten Jahre ist dieser Abschluss bemerkenswert. Umso mehr gilt es, das Erreichte einzuordnen: Erstmals konnte für den technischen Betrieb der Lufthansa Airlines eine Musterzulage tariflich verankert werden. Damit wurde eine langjährige Forderung der Kolleginnen und Kollegen aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt.

Ein Meilenstein: Die Musterzulage

Im Kern besteht die neue Regelung aus zwei Säulen und trägt damit den unterschiedlichen Anforderungen im Kont- und Interkont-Bereich Rechnung:

Kontinental Bereich:

Hat man die drei gängigen Triebwerke des jeweiligen Standortes eingetragen (z. B. CFM56 + V2500 + PW1100), werden halbjährlich folgende Zulagen gezahlt:

CAT A: 300€

TEC: 420€

CAT B: 660€

Interkontinental Bereich:

Ab dem zweiten Muster (z. B. A350 + A380) werden halbjährlich folgende Zulagen gezahlt:

CAT A auf zwei Mustern = 240€

TEC auf zwei Mustern = 360€

CAT B auf zwei Mustern = 600€

Mit einem dritten Muster werden halbjährlich folgende Zulagen gezahlt:

CAT A auf drei Mustern = 480€

TEC auf drei Mustern = 720€

CAT B auf drei Mustern = 1200€

Weitere Kombinationen sind möglich, z. B.:

CAT B auf zwei Mustern und CAT A auf einem Muster = 840€

Zusätzlich wird es eine CAT B 1-2 Zulage von 100€ monatlich geben.

Einordnung: Warum dieser Abschluss besonders ist

Dieser Tarifabschluss ist mehr als eine Sammlung von Zahlen – er markiert einen strukturellen Fortschritt. Erstmals wird Qualifikation und Flexibilität im technischen Bereich systematisch und tariflich abgebildet.

Der Wunsch des Arbeitgebers, eine möglichst breite Qualifizierung zu fördern und damit die Flexibilität im Betrieb zu erhöhen, findet sich nun auch in einer konkreten finanziellen Anerkennung wieder.

Zugleich gehört zur ehrlichen Bewertung:

Nicht in allen Gewerken konnte eine entsprechende Zulage erreicht werden. Auch die Höhe der Zulagen und die unterschiedliche Ausgestaltung werden kritisch diskutiert. Diese Punkte sind berechtigt – und bereits heute Teil der Agenda für kommende Tarifrunden.

Blick nach vorn

Entscheidend ist jedoch: Das Grundkonstrukt ist geschaffen.

Die Musterzulage ist erstmals Bestandteil eines Tarifvertrags im Lufthansa-Konzern und eröffnet damit die Möglichkeit, dieses System in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln und auszubauen.

Vor diesem Hintergrund ist der Abschluss als das zu würdigen, was er ist:

Ein wichtiger Schritt nach vorn – und ein solides Fundament für weitere Verbesserungen im Sinne der technischen Kolleginnen und Kollegen.

Die MRO Alliance wird diesen Weg weiterhin konstruktiv begleiten.

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